Genug ist genug! Mein Nachbar klettert immer wieder über unseren Gartenzaun

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Renate schreibt:
So ein Ungemach will ich nicht länger widerspruchslos hinnehmen.
Wir sind vor 10 Monaten nach Friesland umgezogen. Die Gegend hatten wir im Urlaub kennengelernt und liebgewonnen. Wir suchten bald ein Haus, welches zu uns passt und welches wir auch bald und  gern beziehen konnten. Wir schienen Glück zu haben. Es klappte zügig – als hätte diese Immobilie mit herrlichem Garten nur auf uns gewartet – und bald erhielten wir die Schlüssel zu einem schmucken Haus aus den 90-igern.
Wir wähnten uns im 7. Himmel.
Aber hier scheinen unerwartet besondere Umgangsformen mit nachbarschaftlichem Grundbesitz und Eigentum zu herrschen. Ganz anders als in meiner Heimat. Dort fragte man, ob man das besitzfremde Grundstück betreten dürfe, wenn z.B. etwas versehentlich über den Zaun gefallen oder die spielenden Kinder unachtsam etwas hinüber geworfen hatten.
Ich hatte seit meiner Geburt bis zum Umzug im elterlichen Haus gewohnt, dies vor Jahrzehnten geerbt und es gab niemals, zu keiner Zeit die kleinsten Übergrifflichkeiten oder gar Streit mit unseren  Nachbarn.
Hier im Norden komme ich trotz vieler unerwarteter Gewohnheiten der Einheimischen sehr, sehr gut zurecht. Also fast sehr gut! Nicht gewöhnen kann ich mich an die  Selbstverständlichkeit, mit der unsere rückwärtigen Nachbarn unser Grundstück betreten, um sich den Weg zu ihrem Zuhause abzukürzen.
Sie klettern sogar über den Zaun, den wir uns auf die Grenze haben montieren lassen. Der steht auf unserem Grundstück.
Es scheint sie nicht einmal davon abzuhalten,  ob wir gerade in diesem Moment selbst im Garten sind und Arbeiten erledigen oder auf unserer Terrasse sitzen und die Nachmittagssonne bei Kaffee und Kuchen  genießen möchten.
Die Unerbetenen grüßen freundlich winkend und marschieren stracks ihres Weges. Sogar Freunde begleiten sie, deren Hunde auch, wobei diese nur allzu gern unser Grundstück als ihr Revier markieren.
Wir haben inzwischen erfahren, dass diese Nachbarsleute sich schon seit Jahrzehnten – womöglich seit Kindesbeinen – so verhalten und sicher davon ausgehen, dass sie ein Gewohnheitsrecht erworben hätten.
In unserem Kaufvertrag steht darüber nichts geschrieben. Kein Wort. Wir haben nachgesehen und sogar beim testierenden Notar nachgefragt, ob wir vielleicht etwas nicht verstanden oder überhört haben könnten, ob es im Ort zu den Gepflogenheiten gehört sich so zu verhalten und mehr.
Wir sind bereits älteren Jahrganges, bereits ergraut, friedliebend und nicht im geringsten streit- oder angriffslustig.
Aber so geht es doch wahrhaftig nicht.
Oder?
Wir haben mit Oma gechattet und ihr KI-Orakel abgefragt:
„Darf ein Nachbar ohne meine ausdrückliche Erlaubnis über den Gartenzaun zwischen unseren Grundstücken klettern, um auf mein Grundstück zu gelangen?“

Omas KI-Orakel antwortet:
„Nein, das darf er nicht. Ohne deine ausdrückliche Erlaubnis darf dein Nachbar nicht über den Gartenzaun klettern, um dein Grundstück zu betreten. Das wäre eine unbefugte Nutzung deines Eigentums und könnte unter Hausfriedensbruch (§ 123 StGB) fallen. Zudem kann es eine zivilrechtliche Besitzstörung darstellen, gegen die du dich rechtlich wehren könntest.

Ausnahmen könnten bestehen, wenn es eine Notlage gibt (z. B. ein Brand oder eine medizinische Notsituation) oder wenn ein entsprechendes Wegerecht besteht, was vertraglich oder grundbuchlich geregelt sein müsste.

Falls der Nachbar dies öfter tut, kannst du ihn zunächst freundlich darauf hinweisen und um Unterlassung bitten. Falls er weiterhin über den Zaun klettert, könntest du eine Unterlassungserklärung verlangen oder im schlimmsten Fall rechtliche Schritte einleiten.“

Anmerkung: Oma ist keine Juristin, nur eine lebenserfahrene Frau. Sie schlägt vor, den uneinsichtigen Nachbarn freundlich, aber ausdrücklich über einen versierten Anwalt zur Vernunft zu rufen. Das ist effektiver, als mit eigenen, gefühlvollen (?) Worten sein Glück zu versuchen, falsch verstanden zu werden und einen Streit vom Zaune zu brechen, der die Kraft hat, Generationen von Advokaten zu beschäftigen.

Antwort von Renate:
Danke für Ihre Mühe. Der von Ihnen bildhaft dargestellte „ungezogene Nachbar“ hat uns bei allem Unverständnis ihm gegenüber, doch herzhaft zum Lachen gebracht. Mein Mann ist Berliner und sagt aus voller Überzeugung“ „Dufte!“ Unsere minderjährige Nichte hat „unseren Nachbarn“ sofort ausgedruckt, feuchtigkeitsgeschützt in eine klare Plastiktüte gesteckt und von außen sehr, sehr sichtbar an der „Übertrittsstelle“ von außen an den Zaun gepinnt. Sieht gut aus und ich bin sicher, alle Passanten wissen wer und was damit gemeint ist.
Wenn wir wieder ein Problem haben, hoffen wir, dass wir Oma erneut fragen dürfen.

 

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