Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. (DEPV) veröffentlicht permanent, wie andere am Heizverhalten der Bürger Interessierte, seine neuen Erkenntnisse.
Wir wissen alle, dass eine Lobby-Präsentation mit Aufmerksamkeit gelesen, interpretiert und weiterverbreitet werden soll.
Ich berichte über die Online-Veröffentlichung halte und mich an dieses Gebot!
1. Obwohl ich mit Pellets heize, bin ich nicht daran interessiert, mich selbst übers Ohr zu hauen. Jeder nur mäßig ausgebildete Energieberater würde mir beim nächsten Energieausweis zeigen, „wo der Bartel den Most“ herholt.
2. Ich frage Sie, was hätte ich davon, Ihnen leichtfertig Dummheiten unterzuschieben. Würde ich Pellets sparen? Würde ich preiswerter heizen?
3. Ich kassiere und kassierte von niemandem und von nirgendwo auch nur einen Heller für meine Beiträge. Soll ich etwa für eine lächerliche Tonne Pellets meine Seele verhökern?
Aber lesen Sie selbst:
Zuerst rate ich dazu den Artikel des DEPV zu lesen.
Hier erfahren Sie in der Tat wichtigste Daten, die Ihnen eine Kalkulation der Kosten, die Ihnen das Heizen mit Pellets anschaulich machen.
https://depv.de/p/Winter-Pelletpreis-auf-normalem-Niveau-c3eMFi5jZcjjqPo8uALFR2
Zum Beispiel sehen Sie aus dem Schaubild „Heizkosten in einem normalen Winter“ die unterschiedlichen Kosten, die Ihnen z.B. das Beheizen einer Wohnfläche von 120 m² auf welcher 4 Personen leben und haushalten.
Veröffentlicht hat die Daten die Infoquelle: „Deutsches Pelletinstitut GmbH“ in der ersten Dekade Dezember 2024.
Abgesehen davon, dass Pellets erwartungsgemäß als preiswerteste Heizungsart ausgewiesen werden, ist mir folgende Info von großem Wert:
Bei Heizkosten von 5,6 Cent/kWh kam heraus, dass
das Wohnen in einem unsanierten Gebäude 1.400 € kostet,
in einem nachträglich klimasanierten Beispiel-Haushalt lediglich 700 €,
in einem nach aktuellen Vorschriften hervorragend erstelltem Neubau mussten nur noch 350 € aufgebracht werden.
Zusammengefasst: Der klimasanierte Bestandsbau spart gegenüber einem unsanierten Bestandsbau 50% der benötigten Pellets. Der Superneubau spart noch einmal 50% (braucht nur noch 25% gegenüber dem unsanierten Bestandsbau).
Ich halte das für durchaus realistisch und beschreibe hier einmal unser unsaniertes Bestandsgebäude (Baujahr 1968/1969, 45 cm starke Außenwand, verklinkert, ohne Luftschicht, ohne Dämmung, im Jahr 2000: 2-fach Iso-Fenster, 1999 bis in Dachspitze gedämmtes Dach, neue Dachdeckung, neuer Dachstuhl).
Wohn-/Nutzfläche (innen) ca. 400 m² (ohne Dachterrasse)
Wohn-/Nutzfläche (ohne Keller) = 340 m² lt. ISP 2023
keine Fußbodenheizung, Flächenheizkörper
KJ 2000: Ölheizung umgestellt auf Pelletheizung (Elektromet)
Ölkeller zum Pelletkeller umgebaut (Eigenleistung)
7 m² Solarthermie
Pelletverbrauch 12.000 kg im Kalenderjahr 2000
Mitte 2023: Neue Pelletheizung (Thermoflux)
Pelletverbrauch 8.000 kg im Kalenderjahr 2024
Kosten je 1.000 kg = 300 € (realistischer Durchschnitt; mal teurer, mal preiswerter)
Kosten f. Heizmaterial in KJ 2024 = 2.400 €
Beheizung je m² (2.400 € / 400 m²) = 6 € pro Jahr (lt. ISFP = 7 €)
oder (6 € / 12 Monate) = 0,50 € pro Monat (lt. ISFP = 0,6 ²)
Berechnung kWh:
1 kg Pellets = 4,8 kWh
8.000 kg ergeben 38.400 kWh
1 m² von 400 m² = 96 kWh im Jahr
1 m² von 340 m² = 113 kWh im Jahr
Berechnung kWh nach Wirkungsgrad 80% (Energieberater Standard)
8.000 kg ergeben 38.400 / 80% = 48.000 kWh
1 m² von 400 m² = 120 kWh im Jahr
1 m² von 340 m² = 140 kWh im Jahr
Berechnung kWh nach Wirkungsgrad 90% (Herstellerangabe)
8000 kg ergeben 38.400 kWh / 90% = 42.666 kWh
1 m² von 400 m² = 107 kWh im Jahr
1 m² von 340 m² = 125 kWh
Gem. §§ 16 folgende der Energiesparverordnung (EnEV) vom 18.11.2023
würde dies ergeben:
400 m² Wohn-/Nutzfläche (inkl. Keller)
Energieberater Standard = 120 kWh = Bedarfsklasse D (5 kWh unter E)
nach Herstellerangabe = 107 kWh = Bedarfsklasse D (7 kWh über C)
340 m Wohn-/Nutzfläche (ohne Keller)
Energieberater Standard = 140 kWh = Bedarfsklasse D (mittig E)
nach Herstellerangabe = 125 kWh = Bedarfsklasse D (Grenze D auf E)
Bei der Wahl, welchem „Wirkungsgrad“ Sie in Ihrer Berechnung folgen und welchem Sie dem Energieberater – bei Durchsicht seiner Bewertung – dringend empfehlen, sollten Sie zumindest die Infos über Herstellerkennwerte für die Berechnung des Energiebedarfs von Pelletkesseln …. gelesen haben und wissen, dass Sie den Weg zu ihnen hier wiederfinden können.
Klicken Sie auf den Link der nächsten Zeile und werfen Sie zumindest einen Blick auf das Dokument, welches Ihnen dadurch geöffnet wird:
https://depv.de/nginx-ada-assets/47652d27-31f0-44bc-9ec1-b0d2459f52e2
Was soll meine Berechnung bewirken?
Ich muss entscheiden, ob ich das Gebäude in eine 330m²-Wärmehülle packe, um meinen Pelletverbrauch (siehe Anfang des Beitrags) um 50% zu reduzieren und damit pro Jahr bis zu 4.000 kg zu sparen.
Ich muss entscheiden, ob ich 50% = 1.200 € für Holzpellets pro Jahr weniger ausgebe, dafür aber 70.000 € in die Außenhülle stecke und dann etwa 60 Jahre warte, bis sich dieser Betrag für mich gerechnet hat.
In meine Berechnung muss ich einbeziehen: Währungsstabilität (einfach mal Zinsertrag aufs das Kapital aufrechnen, aber die höhere Inflation abziehen. Dann muss ich meinen Arzt fragen, ob er abzuschätzen wagt, wie ich meine Restlebensdauer einzuschätzen habe oder von einer ertragsreichen Zukunft träumen darf. Vielleicht sollte ich meinen Wahlkreisabgeordneten ebenfalls befragen, wie er die politische Situation, für die er für mich u.a. in den Bundestag gewählt ist, einordnet. Soll ich das Geld hier in Europa ausgeben oder mir doch lieber einen Wohnsitz z.B. auf Grönland anschaffen, ehe es dort warm und damit heftig teuer wird?
Ich meine nicht, dass ich meine Grundrechenfähigkeiten noch einmal überprüfen lassen muss, um mit kühlem Kopf eine ausgewogene Entscheidung zu treffen.
Zum Schluss noch angemerkt:
Natürlich wende ich finanzielle Mittel zum Erhalt und zur Modernisierung meines Hauses auf, aber ich erlaube mir selbst zu entscheiden, wo unsere Regierung, meiner Wahrnehmung nach, die Grenze der Erträglichkeit zwischen Wirtschaftlichkeit und Dummheit gesetzt hat.
Ich stehe noch immer unter dem Schockerlebnis „Ampelregierung 07.12.2021 bis heute (immer noch)“.
So, das war es, was ich als Nicht-Energieberaterin zu diesem Thema herausbekommen konnte. Ich erhebe keinen Anspruch darauf, dass ich hier etwas entdeckt hätte. Vielmehr möchte ich darauf hinweisen, dass es für uns Grundstückseigentümer/innen beachtlichen Anspruch auf Klärung gibt und zwar dergestalt, dass wir endlich in die Lage versetzt werden, ohne Studium durch die merkwürdigen Berechnungen immer merkwürdiger erscheinender Energieberater durchzusteigen.
Das ist ja wohl das Geringste, was wir für unser Geld erwarten dürfen, welches wir gezwungener Weise ausgeben sollen.
Mir hat bisher kein Energieberater irgendetwas so erklärt, dass ich es begriffen hätte, geschweige denn, dass ich die Unverzichtbarkeit seines Zutuns zum Gesamtzusammenhang nachvollziehen konnte.
Es gibt Energieberater und Energieberater und es gibt solche, die wirklich etwas vom Metier verstehen. Sie glauben es nicht? Klagen Sie Ihr individuelles Leid bei Ansprechpartnern und Mitarbeitern der BAFA, regionalen Förderstellen, der KfW, bei ausführenden Handwerkern (die nicht selbst Energieberater sind). Sie werden sich wundern, wie oft man Ihnen regelrecht das Mitgefühl ausspricht, dass ausgerechnet Sie wohl auf eine ausgesprochene Pfeife hereingefallen wären.
Und die scheint es nicht selten zu geben.
Ist das nicht fürchterlich oder bin ich denen nur zu blond?